Freitag, 7. September 2018

Gartenreise nach Holland III – Weitere Gärten und Gärtnereien

Weiter ging die Fahrt nach Norden in die Gärtnerei „Aan de Dijk“ (am Deich) von Jan Dijkstra in Oudeschip. Leider mußten wir bei kühlen Temperaturen und mit Regenschirmen durch den tropisch wirkenden Garten wandeln. Jan Dijkstra führte uns durch beeindruckende Bambushaine. Wir staunten über die gut gedeihenden Reispapierbäume (Tetrapanax papyrifer), die man bei ihm sogar in verschiedenen Größen käuflich erwerben konnte.

 











Das Wetter besserte sich. Noch zwei Gärtnereien standen für diesen Tag auf dem Programm. Bob Foltz von der gleichnamigen Gärtnerei „Tuingoed Foltz“ in Meeden verfügt über ein großes Sortiment Präriestauden und Gräser. Seine Spezialität sind die Gattungen Echinacea, Salvia, viele tropisch anmutende Pflanzen, die je nach Gegend nur bedingt oder gar nicht winterhart sind. Nach ein paar einführenden Worten durften wir die Mutterpflanzenquartiere und die „Wildnis“ dahinter erkunden. Viele Teilnehmer arbeiteten ihre Wunschliste ab und erstanden die eine oder andere Rarität.


 











Zu guter Letzt besuchten wir die abgelegene Kwekerij (Gärtnerei) Jacobs in Vriescheloo. Inhaber Henk Jacobs ist bekannt durch viele eigene Selektionen, hauptsächlich von Helenium, aber auch von Gräsern. Er hält die niederländische Pflanzensammlung der Gattung Helenium. Etliche Miscanthus aus der Pagelschen Sammlung sind angeblich hier zu finden. Neben der kleinen, aber feinen Gärtnerei beeindruckt die schöne Schauanlage. Wir wandelten durch die Pflanzung der vorgenannten Gattungen sowie anderer Stauden und Gräser. Eine frische Brise wog die hohen Miscanthus-Halme bezaubernd in den Strahlen der tiefstehenden Sonne. Einen Gegenpol bildet der überwiegend schattige Hausgarten.


 

 











Sehr gelungen und stimmig ist der Garten von Chris Bruinsma in Zuidwold. Der rund 4000 m² große und schattige Privatgarten wird von unterschiedlich hohen Hecken eingefasst. Auf der Rückseite öffnet sich der Garten zur Landschaft. Sowohl der Blick in die Weite, auf die baumumstandenen Wiesen, als auch Garten und Haus wirken sehr harmonisch und beruhigend. Ein großer, klarer Teich, bewacht von einer Skulptur unterstreicht diesen Eindruck.









Donnerstag, 6. September 2018

Gartenreise nach Holland II – Lianne Pot und Jakobstuin

An diesem kühlen und etwas feuchten Tag war „Lianne‘s Siergrassen en Prairietuin“ in De Wilp unser Ziel. Lianne Pot stellte uns kurz ihren Garten vor und entließ uns dann, die Gräsersammlung (2500 m²) und den Präriegarten (3500 m²) eigenständig zu erkunden. Im ersten Teil konnte man gut die verschiedensten Ziergräser vergleichen. Der zweite Teil erinnerte stark an den Präriegarten im Hermannshof Weinheim, unterscheidet sich aber durch Größe und Artauswahl. Das Urteil fiel gespalten aus. Für die einen ein planloses und buntes Durcheinander, für die anderen ein wunderbarer Traum, eine lebendige Symbiose aus Wildnis und gärtnerischerem Wirken.

 

 

 











Auch beim Besuch des nächsten Gartens gingen die Meinungen ähnlich auseinander, wobei die Begeisterung deutlich überwog: Der Garten „De Coulisse“ von Jaap de Vries in Eestrum. Dessen Kernstück ist der Jakobstuin (Jakobsgarten). Geprägt und inspiriert vom Dutch Wave entstand auf einer einstmals grünen Wiese ein charaktervoller Garten mit hauptsächlich nordamerikanischen Stauden und Gräsern: eine Staudenwiese, kulissenartig umgeben von großen Bäumen. Autodidakt Jaap de Vries führte uns humorvoll durch sein Paradies.





 


Mittwoch, 5. September 2018

Gartenreise nach Holland I – Hummelo

Vom 05. bis 09. September 2017 trafen sich zahlreiche Mitglieder und Gäste der Fachgruppe Gräser der GdS zu einer Exkursion nach Groningen und Umgebung.

Etliche Teilnehmer waren nicht das erste Mal auf Gartenreise in Holland und kannten den einen oder anderen Garten bereits aus frühreren Tagen. Andere, so auch der Autor, kamen auf diese Weise zum ersten Mal mit der niederländischen Gartenkultur in Berührung. Angesichts des extrem trockenen und heißen Sommers war man gespannt auf den Zustand der Gärten und Pflanzen. Sind doch die dortigen gärtnerischen Bedingungen (maritimes Klima, nährstoffreiche Böden,...) für die meisten ganz andere als im heimischen Garten. Auch die holländischen Gärtner klagten ob der Dürre, doch offensichtlich auf anderem Niveau: Die Wiesen saftig grün, so weit das Auge reicht, die Stauden üppig.

Wir erlebten ein umfang- und abwechslungsreiches Programm mit bis zu 16 Gärten/Gärtnereien.

Einige Teilnehmer nutzten trotz manch langer Anreise die Möglichkeit, zusätzlich zum geplanten Programm den Privatgarten von Piet Oudolf in Hummelo am Vormittag zu besichtigen. Für den einen oder anderen war es das erste Mal und die letzte Möglichkeit, denn Ende Oktober schloss dieser für Besucher endgültig. Über diesen Garten des bekannten Gartengestalters ist schon so viel geschrieben und berichtet worden. Ein MUSS für jeden Liebhaber naturalistischer Stauden- und Gräserpflanzungen. Die Bilder sprechen für sich.