Sonntag, 26. Juni 2016

Üppiges Wachstum im Juni


Trocken begann der Frühling im Mai, doch umso feuchter setzte er sich im Juni fort. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr bescherte uns der Juni immer wieder ergiebige Regenfälle. Das wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus. So hoch wie in diesem Jahr standen die Stauden lange nicht. Allerdings neigen dann manche Stauden auf nahrhaftem Gartenboden zum Umkippen.

Rings um den Teich blüht es in überwiegend kühlen Farben. Nur die Hemerocallis Earlianna’ bringt gelbe Farbe ins Spiel. Geranium x magnificum, Iris sibrica ‘Caesar’s Brother’, Eriophorum angustifolium und Campanula persicifolia prägen die Szenerie. Zwischen den oberen und unteren zwei Bildern (je links und rechts) liegt eine Woche.





Der Charakter des Hochstaudengartens ist im vierten Jahr nach der grundlegenden Neugestaltung noch wiesenhafter als zuvor. Ein Schleier zahlreicher blühender Fingerhut-Bartfäden (Penstemon digitalis) umhüllt die Garten-Reitgräser (Calamagrostis x acutiflora ‘Waldenbuch’). Vom Neuzugang Knautia macedonica bin ich begeistert. Blüht sie doch zwei Monate lang und unterstreicht einmal mehr den wiesenhaften Charakter der Pflanzung. Mehr davon…





In diesem Jahr habe ich einige neue Penstemon-Arten ausgesät oder als Pflanzen erworben. Ganz in weiß kontrastiert Penstemon tubiflorus mit dem leuchtend blau blühenden Rittersporn Delphinium tatsienense.


Sonntag, 22. Mai 2016

Farbenpracht im Mai


Trocken zeigt sich der Mai einmal mehr in diesem Jahr. Dennoch blüht es üppig im Garten. Nur die Neuanpflanzungen müssen etwas gewässert werden. Und überall duftet es: Azaleen, Flieder, Blauregen... Sogar der Zierapfel verströmt einen leichten Rosenduft. Die Clematis montana var. rubens 'Odorata' duftet nach Vanille...

Malus 'Evereste'
Uralte Gartentulpen

Rhododendron luteum mit...
... Camassia leichtlinii
 
Fothergilla major (mit weißen Blüten)

Rhododendron-Pflanzung
Clematis montana var. rubens


Sonntag, 1. Mai 2016

Frühlingsboten III


Das Frühjahr schreitet voran. Weitere Pflanzen in den Wäldern strecken ihre Blüten der Sonne entgegen. Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera) findet man nur stellenweise häufig auf den Basaltkuppen des Lausitzer Gebirges und des Böhmischen Mittelgebirges. Ebenso die duftende Mondviole (Lunaria rediviva). Beide gedeihen zum Beispiel auf oder in der Nähe des Kaltenberges (Studenec; 736 m).

Cardamine bulbifera
Lunaria rediviva

Cardamine bulbifera

Am Rande des nahe gelegenen und verträumten Dorfes Hasel (Líska) befindet sich ein kleines verwildertes Vorkommen der Herzblättrigen Gemswurz (Doronicum columnae). Dagegen ist der Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) ein sehr häufiger Frühblüher auf den sauren Böden der Sächsisch-Böhmischen Schweiz oder auf den Granitböden des Lausitzer Berglandes.

Doronicum columnae
Oxalis acetosella










Blick vom Fuße des Rosenberges (Růžovský vrch; 619 m) mit seinem blumenreichen Urwald zum oben erwähnten Kaltenberg.


Blick vom Hutberg (Pastevní vrch; 402 m) bei Rosendorf (Růžová) nach Norden in die Sächsische Schweiz).


Und im eigenen Garten blühen schon seit Wochen unermüdlich die hübschen Balkan-Windröschen (Anemone blanda)…


Freitag, 15. April 2016

Frühlingsboten II


Im Frühling zieht es mich immer wieder gerne und zu jedem Wetter ins Böhmische Mittelgebirge. Auf den basischen und nährstoffreichen Böden wimmelt es nur so von Frühblühern, ganz im Gegensatz zu den überwiegend sauren Waldböden Sachsens, wo man außer Busch-Windröschen kaum etwas anderes in größeren Ansammlungen vorfindet.

Im April strecken nun weitere Arten ihre Blüten der Sonne entgegen. Örtliche Massenvorkommen der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) verleihen dem Waldboden und Wiesen einen gelben Anstrich. Auf trockneren und sonnigen Wiesen wächst stellenweise recht häufig auch die Echte Schlüsselblume (Primula veris). Doch diese ist später dran.

Primula elatior
Primula elatior










Recht oft trifft man auch auf Bestände des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava), meist in gemischten Farben. Schon viel seltener kommen Quirlblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos), Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera; noch nicht erblüht) und Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides) vor.

Corydalis cava
Corydalis cava

Anemone ranunculoides
Cardamine enneaphyllos


















Bei feuchtem Wetter – wie bei den letzten Wanderungen – trifft man gelegentlich auf die seltenen Feuer-Salamander (Salamandra salamandra), in manchen Gegenden des Böhmischen Mittelgebirges auch in größerer Zahl. Wir sahen 5 Stück auf einem Kilometer.

Salamandra salamandra

Besonders üppig wachsen die oben genannten Frühblüher (auch Märzenbecher) zum Beispiel in der Wüstung Rabenstein (Havraní), einem kleinen Dorf von nur 18 Häusern, das nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung dem Verfall preisgegeben wurde. Ein mystischer Platz, den sich die Natur in eindrucksvoller Weise zurückerobert hat. Tragisch für die damaligen Bewohner – doch ein Segen für die Natur.

Brunnen in Rabenstein
Quelltopf in Rabenstein










Rote Pestwurz (Petasites hybridus) ist in den sickernassen Senken vergesellschaftet mit Wechselblättrigem Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) und mit Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris):




Sonntag, 27. März 2016

Frühlingsboten I


Mild verlief der Winter. Doch eh der Frühling die Kälte vertrieb, ging noch der ganze März ins Land. Oftmals herrschte bei uns kaltes und trübes Wetter vor. Meistens waren die Blüten der Winterlinge, Krokusse usw. geschlossen, wenn ich mal im Garten war. Somit ist mir kaum ein lohnendes Foto der gängigen Frühblüher gelungen. Aber die vergangenen Jahre waren ja in dieser Hinsicht wesentlich ergiebiger. Besonders gut vermehren sich in unserem Garten die Elfen-Krokusse, Blausterne, Traubenhyazinthen und die Winterlinge. Von letzteren habe ich im vorletzten Jahr einige verstreute Pflanzen im grünen Zustand in den Vorgarten, wo noch keine wuchsen, verpflanzt. Die Tuffs blühen schon recht üppig und haben sich enorm ausgesät. Die Keimlinge sind auf dem Foto (vom Februar) noch nicht ganz aufgegangen.

Crocus vernus
Eranthis hyemalis










Mangels Fotos aus dem eigenen Garten möchte ich einige Bilder von Frühblühern in der Natur zeigen. Letztes Jahr waren wir bei den Winterlingen im Rautal bei Jena. Dieses Jahr sollte es zu den Märzenbechern (Leucojum vernum) und Leberblümchen (Hepatica nobilis) im Böhmischen Mittelgebirge gehen. Das größte Vorkommen des Märzenbechers in Sachsen befindet sich im Polenztal. An einem sonnigen Wochenende sollte man sich als ruheliebender Naturfreund nicht dorthin begeben. Gerade zu Ostern schieben sich Menschenmassen durch das Tal. Deshalb zog es mich einmal mehr über die Grenze nach Böhmen. Hier trifft man kaum einen Menschen.

So groß wie im Polenztal sind die Vorkommen in Böhmen nicht, aber es gibt etliche kleinere und sehr schön gelegene Bestände. Einige befinden sich in den Ortslagen nicht mehr existenter Dörfer, die nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung dem Erdboden gleich gemacht worden sind. Fotos: Im oberen Teil der Ritina-Schlucht (Rytina soutěska) unterhalb des Dorfes Tschersing (Čeřeniště) erstrecken sich links und rechts des Baches großflächige Ansammlungen des Märzenbechers.



Leucojum vernum

Auch in der Bieberklamm (Bobří soutěska) bei Wernstadt (Verneřice) wachsen etliche der hübschen Frühlingsboten.






Die basenholden Leberblümchen gedeihen nicht nur auf Kalk, sondern eben auch auf anderen basischen Gesteinen (Böden), wie dem Basalt des Böhmischen Mittelgebirges. Basalt steht auch auf vielen Bergen im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen an. Doch da wird es dem Leberblümchen zu kalt sein. Die Vorkommen im Böhmischen Mittelgebirge sind klein und zerstreut. So flächendeckend wie an den Muschelkalkhängen um Jena oder anderswo (siehe Beitrag von KatrinLugerbauer) wächst es hier nirgends. Auch ich konnte beobachten, daß die Blüten individuell recht unterschiedlich gestaltet sind.



Hepatica nobilis

Die meisten blauen Blüten leuchteten mir in der Nähe von Wanderwegen entgegen. Potentielle Standorte in einsameren Regionen waren hingegen völlig frei von Leberblümchen. Schuld daran ist sicherlich der hohe Bestand an Rot-, Reh- und Muffelwild. Fast immer zeigten sich die Blüten nackt über dem braunen Blattwerk des Bodens. Aufgrund der extremen Sommertrockenheit hatten die Pflanzen sämtliche Laubblätter verloren.

Sonntag, 15. November 2015

Letzte Blüten


Mit einem letzten Foto aus dem blühenden Staudengarten geht das Gartenjahr langsam zu Ende. Als letzter Herbstblüher bringt noch einmal Aster turbinellus mit ihren zarten hellblauen Blüten Farbe in den November. Dieses Jahr blühen alle Astern später als gewöhnlich. Links daneben Aster pringlei Pink Star’, dahinter Achnatherum calamagrostis ‘Algäu’ und Solidago rugosa ‘Fireworks’.


Herbst ist Wander-Hochsaison. Einige Fotos aus meiner schönen Heimat möchte ich mangels Gartenbildern an dieser Stelle zeigen:

Ausblick vom Großen Pohlshorn auf die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz. Morgendliche Nebelschwaden ziehen nach nächtlichem Regen über die herbstlich bunten Wälder.


Auf Waldlichtungen wächst oft das genügsame Land-Reitgras Calamagrostis epigejos. Es ist für den Garten kaum geeignet, da es lange Ausläufer bildet. Das Garten-Reitgras Calamagrostis x acutiflora mit seinen Sorten ‘Karl Foerster’ oder ‘Waldenbuch’ entstammt der Kreuzung aus C. epigejos und C. arundinacea, dem horstig wachsenden Wald-Reitgras. Herrlich schimmert die Sonne durch die Ähren des Grases, ebenso wie sie die gelben Blätter der Birken und Espen zum Leuchten bringt.

 
Blick vom Fuße des Sattelberges (Špičák) im Ost-Erzgebirge zum Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník). Der mächtige Tafelberg aus Sandstein ist mit 723 m der höchste Punkt der Sächsisch-Böhmischen Schweiz (= Elbsandsteingebirge). Der steinerne Aussichtsturm aus dem Jahre 1864 bietet eine herrliche Rundumsicht. Die einsame Landschaft um den Stattelberg und das nicht mehr existente Dorf Niederschönwald ist ein Mosaik aus extensiv genutzten Wiesen (von trocken bis naß), naturnahen Mischwäldern, Steinrücken und klaren Bächen. Die Wiesen sind zum Teil Naturschutzgebiete. Allesamt jedoch werden sie nicht gedüngt und zweischürig gemäht, das erste Mal im Hochsommer, das zweite Mal im Spätherbst, wie gerade geschehen. Nach dem Krieg und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurden die Wiesen auf böhmischer Seite jahrzehntelang gar nicht gemäht, so daß sie zunehmend verbuschten. Vergleicht man die Landschaft mit alten Postkarten oder Luftaufnahmen, so erkennt man, daß sich der Gehölzbestand auf und zwischen den Wiesen mehr als verdoppelt hat und Senken stark vernäßt sind. Vergleiche Wanderbericht Sattelberg.


Blick über Hinterhermsdorf auf die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz mit dem Großen Winterberg (Basalt) als höchsten Punkt. Die tiefstehende Morgensonne läßt in der klaren Luft alle Konturen gut erkennen, bevor das Wetter umschwenkt. Das Dorf liegt idyllisch und einsam im hintersten sächsischen Winkel. Nur für den Wanderer gibt es keine Grenze mehr…


Dienstag, 3. November 2015

Goldener Herbst


Herrlich läßt die tiefstehende Herbstsonne die bunten Blätter und Früchte im Garten und in der Natur leuchten. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang auf meinen zweiten Blog IWALK.

Im Staudengarten buddle ich zur Zeit fleißig herum. Deshalb möchte ich erst mal mit einigen Bildern der Gehölze aufwarten.

Euonymus alatus, der Kork-Spindelstrauch fällt vor allem durch die grelle Herbstfärbung seines Laubes auf. Aber auch die Früchte, die viel kleiner sind als beim heimischen Pfaffenhütchen, sehen sehr hübsch aus.










Die Glanzmispel (Photinia villosa) im Vorgarten besticht jedes Jahr mit ihrer dottergelben und langanhaltenden Herbstfärbung.


Zwei Sorten Zieräpfel gedeihen in unserem Garten: Malus ‘Butterball’, der größere dottergelbe Früchte mit oranger Backe hervorbringt, und ‘Evereste’ mit zahllosen roten bis gelb-rot-gestreiften Äpfelchen, die bis in den Dezember am Baum verbleiben. Nachdem der Frost sie zum Platzen gebracht haben wird, werden sich die Amseln darüber hermachen.