Samstag, 31. August 2019

Ernting – Staudenwiese im August

Im August dominieren die Korbblütler unter den Stauden, allen voran der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) und der Gewöhnliche Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) in zwei Sorten. Weil letzterer die sommerliche Trockenheit nur sehr schlecht verträgt, soll er zugunsten anderer Stauden zurückgedrängt werden. Zum Beispiel habe ich einige Silberrauten (Artemisia ludoviciana ʼSilver Queen‘) dazwischen gesetzt.


 


In warmen Braun-Rottönen zeigen sich vier Sorten der Sonnenbraut (Helenium ʼMoerheim Beauty‘, ʼRubinzwerg‘, ʼKupferzwerg‘ und ʼIndianersommer‘). Leider vertragen sie die extreme Trockenheit trotz Wässerns schlecht. Sie werden immer mickriger. Zwischen den Korblütlern lugen die roten Samenstände des Fingerhut-Bartfadens (Penstemon digitalis) und die langen Halme der Reitgräser heraus. Während das Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora ʼWaldenbuch‘) straff aufrechte Halme hat, die einen leichten Fächer/Trichter bilden, ziert das Berg-Reitgras (Calmamagrostis varia) mit hübschen nickenden Ähren.




Von etlichen Sorten der Kerzenknöteriche (Bistorta amplexicaulis) in unserem Garten gedeiht bei mir die Sorte ʼRosea‘ am besten. Barfröste schaden ihr kaum und sie wächst kräftig. Ihre schmalen rosa Blütenkerzen kontrastieren sehr gut mit den blauen Blütenkugeln der Kugeldistel (Echinops ritro). Dazwischen zeigen sich noch einige weiße und rosa Blütenstände der Gelenkblume (Physostegia virginiana). Obwohl man es ihr im Sommer 2018 nicht ansah, schadete ihr die Dürre erheblich. Ihr Bestand hat sich von einem Jahr auf‘s andere nahezu halbiert. Bei guter Wasserversorgung verhält es sich eher andersherum...



Sonntag, 28. Juli 2019

Heuert – Staudenwiese im Juli

Im Juli beginnt die lange Blütezeit der Sonnenhüte. Der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) wächst schon etliche Jahre hier und versamt sich prächtig. Seit drei Jahren gedeiht in der Fläche der Tennessee-Sonnenhut (Echinacea tennesseense) sehr gut. Er blüht eher als sein bekannter Verwandter, hat schmalere und behaartere Blätter, etwas kleinere Blütenköpfe, aber strahlt in einem kräftigeren Violett und verträgt deutlich mehr Trockenheit als Echinacea purpurea. Daneben blüht der Kaukasus-Gamander (Teucrium hyrcanicum) von Juli bis September. Eine dürre-resistente Staude, kurzlebig, aber reichlich versamend.




Den Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum x ʼFascination‘) mag ich sehr. Seine Blütenkerzen ziehen auf hohen Stengeln allerlei Insekten magisch an. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge lassen sich ständig beobachten. Deshalb möchte ich ihn trotz seines hohen Wasserbedarfs nicht missen. Im Teich kann man jetzt den Libellen zusehen wie sie schlüpfen. Die Larven krabbeln, nachdem sie zwei bis drei Jahren im Wasser gelebt haben, an den Stengeln der Wasserpflanzen empor und häuten sich ein letztes Mal – die fertige Libelle schlüpft, pumpt ihre Flügel auf und muss noch einige Zeit an der Luft aushärten bis sie losfliegen kann. Hier eine Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) an Hechtkraut (Pontederia cordata).






Sonntag, 30. Juni 2019

Brachet – Staudenwiese im Juni

Im achten Jahr der Anlage und nach jährlicher Überarbeitung und Weiterentwicklung ist aus der losen und/oder blockweisen Anpflanzung ein kunterbuntes Durcheinander von Stauden und Gräsern geworden. Es setzen sich zunehmend die Stauden durch und vermehren sich, die am besten mit dem sommertrockenen und leicht sauren Granodioritboden und dem hiesigen Klima zurechtkommen. Die mickernden Pflanzen habe ich sowieso verschenkt oder kompostiert. Inzwischen ist die Fläche so dicht bewachsen, dass Unkraut nur bis Mai eine Chance hat. Kann man bereits von einer Staudenwiese sprechen? Ich meine: ja.






Im Juni beginnt die fünfmonatige Blühfolge in der Staudenwiese – und auch wieder die anhaltende Trockenheit. Es dominieren kühle Farben folgender Darsteller: Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) in hellblau und weiß, Fingerhut-Bartfaden (Penstemon digitalis) in weiß und Mazedonische Witwenblume (Knautia macedonica) in dunkelrot. Sie umspielen die hohen Garten-Reitgräser (Calamagrostis x acutiflora ʼWaldenbuch‘) mit ihren fedrigen Blütenähren.

Im besonders trockenen Randbereich der Fläche fühlen sich das Zarte Federgras (Stipa tenuissima), die Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana) in gelbgrün und der Zottige Ziest (Stachys monnieri ʼHummelo‘) in lila sehr wohl.





Den Terrassenhang begrenzen die rotlaubige Blasenspiere Physocarpus opulifolius ʼSummer Wine‘ und die wundervolle Strauchrose ʼMozart‘ mit ihrem bezaubernden Flor von Juni bis zum Frost. Kleine Hagebutten folgen den Blüten. Anfang Februar deutet noch nichts darauf hin…



Freitag, 31. Mai 2019

Winnemond – Holder Mai

Immer wieder überwältigend ist der Farbenrausch im Mai. Vom Polster-Phlox (Phlox subulata) gedeihen etliche Sorten und Sämlingspflanzen in unserem Garten. Letztere weisen oft schöne Pastelltöne auf. Von den vielen in knalligen Farben blühenden Azaleen unterscheidet sich wohltuend Rhododendron vaseyi mit ihren zarten hellrosa Blüten. Sie blüht recht früh: schon Ende April.

Rhododendron vaseyi

Phlox subulata


Ende Mai läuft der Perlmuttstrauch (Kolkwitzia amabilis) zu Hochform auf. Er beeindruckt mit einem rosa Blütenmeer. Den Rest des Jahres sieht der Strauch eher dürftig aus. Die zahlreichen braunen Samenstände, die verblüffend kleinen Hühnerschenkeln ähneln, tragen erheblich dazu bei. Viele Triebe sind vergreist. Es wird Zeit, der Kolkwitzie einen Verjüngungsschnitt zu verpassen…



Sonntag, 7. April 2019

Lenzing – Frühlingserwachen

Das Jahr begann aus gärtnerischer Sicht verheißungsvoll. Sollte sich der Dürresommer von 2018 wiederholen? Zunächst sah es gar nicht danach aus. Im Winter waren ausreichend Niederschläge gefallen. Allerdings reichten diese nicht, das Grundwasserdefizit aufzufüllen. Schnee lag aber nur kurze Zeit. So konnten wir uns über viele Wochen von Ende Januar bis Mitte März an den schneeweißen Blüten der Christrosen (Heleborus niger) erfreuen. Später im März zeigte das aus dem Böhmischen Mittelgebirge mitgebrachte Leberblümchen (Hepatica nobilis) seine ersten Blüten im heimischen Garten.



Samstag, 3. November 2018

Herbstlicht

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende. Es war geprägt von nie gekannter Trockenheit und Hitze – ein echtes Dürrejahr. Die Pflanzen im Garten haben es mehr oder weniger gut weggesteckt. Manche mußten oft gewässert werden, andere gar nicht – Grund sich von einigen Arten zu trennen und diese durch trockenheitsverträglichere zu ersetzen. Der Sommer bot wenig Anlaß im Garten zu fotografieren. In vergangenen Jahren sahen die Stauden einfach besser aus. Doch im Oktober konnte ich ein paar schöne Eindrücke einfangen... Rhus potaninii (Chinesischer Lack-Sumach) leuchtet am Rande des Hochstaudengartens:

 

 








Die tiefstehende Herbstsonne bringt die Stauden und Gräser noch einmal zum Leuchten – eine wunderbare Stimmung:

 

 

Aster pringlei ʼPink Star‘ und A. turbinellus

Auch der mittlere Gartenbereich zeigt sich sehr farbig:

 

Freitag, 7. September 2018

Gartenreise nach Holland III – Weitere Gärten und Gärtnereien

Weiter ging die Fahrt nach Norden in die Gärtnerei „Aan de Dijk“ (am Deich) von Jan Dijkstra in Oudeschip. Leider mußten wir bei kühlen Temperaturen und mit Regenschirmen durch den tropisch wirkenden Garten wandeln. Jan Dijkstra führte uns durch beeindruckende Bambushaine. Wir staunten über die gut gedeihenden Reispapierbäume (Tetrapanax papyrifer), die man bei ihm sogar in verschiedenen Größen käuflich erwerben konnte.

 











Das Wetter besserte sich. Noch zwei Gärtnereien standen für diesen Tag auf dem Programm. Bob Foltz von der gleichnamigen Gärtnerei „Tuingoed Foltz“ in Meeden verfügt über ein großes Sortiment Präriestauden und Gräser. Seine Spezialität sind die Gattungen Echinacea, Salvia, viele tropisch anmutende Pflanzen, die je nach Gegend nur bedingt oder gar nicht winterhart sind. Nach ein paar einführenden Worten durften wir die Mutterpflanzenquartiere und die „Wildnis“ dahinter erkunden. Viele Teilnehmer arbeiteten ihre Wunschliste ab und erstanden die eine oder andere Rarität.


 











Zu guter Letzt besuchten wir die abgelegene Kwekerij (Gärtnerei) Jacobs in Vriescheloo. Inhaber Henk Jacobs ist bekannt durch viele eigene Selektionen, hauptsächlich von Helenium, aber auch von Gräsern. Er hält die niederländische Pflanzensammlung der Gattung Helenium. Etliche Miscanthus aus der Pagelschen Sammlung sind angeblich hier zu finden. Neben der kleinen, aber feinen Gärtnerei beeindruckt die schöne Schauanlage. Wir wandelten durch die Pflanzung der vorgenannten Gattungen sowie anderer Stauden und Gräser. Eine frische Brise wog die hohen Miscanthus-Halme bezaubernd in den Strahlen der tiefstehenden Sonne. Einen Gegenpol bildet der überwiegend schattige Hausgarten.


 

 











Sehr gelungen und stimmig ist der Garten von Chris Bruinsma in Zuidwold. Der rund 4000 m² große und schattige Privatgarten wird von unterschiedlich hohen Hecken eingefasst. Auf der Rückseite öffnet sich der Garten zur Landschaft. Sowohl der Blick in die Weite, auf die baumumstandenen Wiesen, als auch Garten und Haus wirken sehr harmonisch und beruhigend. Ein großer, klarer Teich, bewacht von einer Skulptur unterstreicht diesen Eindruck.