Sonntag, 28. August 2016

Ein Sommertraum


Bislang verlief der Sommer wechselhaft und ausreichend feucht. Gegen Ende zeigt er sich heiß und sehr trocken. Dennoch müssen nur die Wasserschlucker gegossen werden: Ligularia dentata, Hortensien, Neuanpflanzungen und viele Töpfe. Ein traumhafter Sommer, der ständig zum Baden einlädt.










Über erstgenannte Pflanze geht der Blick über den Teich zum sommerlich bunten Hochstaudengarten. Am Teichrand blüht nach wie vor eine Kombination aus Bistorta amplexicaulis ‘High Society’ (Kerzenknöterich), Physostegia virginiana (Gelenkblume) und Echinops ritro (Kugeldistel). Im Hintergrund leuchtet die hochgelobte Sorte der Sonnenbraut: Helenium ‘Rauchtopas’.

Neu in diesem Jahr ist die Fackellilie in unserem Garten. Kniphofia galpinii bereichert das Blütenangebot im Spätsommer. Bin gespannt wie sie den Winter überstehen wird.


Helenium ‘Rauchtopas’
Kniphofia galpinii











Im August wird der Staffelstab im Blütenwettrennen vom Roten (Echinacea purpurea) an den gelben (Gewöhnlichen) Sonnenhut weitergegeben. Bei uns gedeihen zwei Sorten des gelben Sonnenhutes im Garten: Die häufige Rudbeckia fulgida var. sullvantii ‘Goldsturm’ und R. fulgida var. fulgida. Letztere habe ich erst vor kurzem bestimmen können. Vergleiche Jochens Beitrag. Außerdem kultiviere ich noch R. laciniata, der als invasiver Neophyt sich einen Namen gemacht hat und in unserer Gegend an etlichen Flüssen vorkommt, so wie hier an der Pulsnitz.



… und so schön kann ein Abend am Weststrand des Darß’ sein… Nischt wie nacksch ins Wasser! (Das war sächsisch.)



Sonntag, 31. Juli 2016

Blütenrausch im Juli


Der Sommer gestaltet sich weiterhin wechselhaft und selten heiß. Es regnet mehr als ausreichend, was man von den vergangenenen Sommern nicht mehr kennt. Farblich kühl geht es zunächst im Juli weiter. Verschiedene Funkien in unterschiedlichen Größen bilden zusammen mit Farnen und Seggen die Randbepflanzung der Azalleengruppe im hinteren Gartenbereich.










Am Rand zum Hochstaudengarten wächst eine Gesellschaft aus Stachys monnieri ‘Hummelo’ in lila, Achillea filipendula ‘Credo’ in creme-gelb und einer bislang unbekannten Sorte Veronica bzw. Pseudolysimachion in hellblau.


Weiter hinten blühen diverse Korbblütler, Taglilien und ihre Begleitstauden kunterbunt um die Wette: Echinacea purpurea in rosa, Rudbeckia fulgida ‘Goldsturm’ in gelb, Leucanthemum x superbum in weiß, Helenium ‘Rubinzwerg’ in braunrot.




Am Teich wächst eine Kombination aus zwei verschiedenen Sorten der Gelenkblume, blauer Kugeldistel (Echinops ritro) und Kerzenknöterich. Im Juli blüht als Begleitung der Taglilien die reinweiße Sorte Physostegia virginiana ‘Summersnow’ zusammen mit Bistorta amplexicaulis ‘High Society’. Einen diffusen Schleier bildet die Bistorta amplexicaulis ‘Roseum’. Herrlich leuchten die Blüten des Roten Sonnenhutes zusammen mit Hemerocallis ‘Stern von Rio’ vor den strohgelben Halmen des Garten-Reitgrases.


Zum Schluß noch einige Taglilien-Sorten im Portrait: Hemerocallis ‘Spectacular’ blüht bereits seit Juni. Einen Monat später hat die ähnlich aussehende ‘El Desperado’ (niedriger, aber kräftiger) ihren Auftritt, hier zusammen mit der roten ‘Crimson Pirate’. ‘Limited Edition’ mit riesigen zitronengelben Blüten vor Veronica, die glühende ‘Mauna Loa’ hinter Hosta ventricosa, ‘Roswitha Zipf’ in der Abendsonne und in unerreichtem Samtrot leuchtet ‘Rotes Rathaus’.

‘Spectacular’
‘El Desperado’


‘Limited Edition’
‘Roswitha Zipf’

‘Rotes Rathaus’
‘Mauna Loa’


Sonntag, 26. Juni 2016

Üppiges Wachstum im Juni


Trocken begann der Frühling im Mai, doch umso feuchter setzte er sich im Juni fort. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr bescherte uns der Juni immer wieder ergiebige Regenfälle. Das wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus. So hoch wie in diesem Jahr standen die Stauden lange nicht. Allerdings neigen dann manche Stauden auf nahrhaftem Gartenboden zum Umkippen.

Rings um den Teich blüht es in überwiegend kühlen Farben. Nur die Hemerocallis Earlianna’ bringt gelbe Farbe ins Spiel. Geranium x magnificum, Iris sibrica ‘Caesar’s Brother’, Eriophorum angustifolium und Campanula persicifolia prägen die Szenerie. Zwischen den oberen und unteren zwei Bildern (je links und rechts) liegt eine Woche.





Der Charakter des Hochstaudengartens ist im vierten Jahr nach der grundlegenden Neugestaltung noch wiesenhafter als zuvor. Ein Schleier zahlreicher blühender Fingerhut-Bartfäden (Penstemon digitalis) umhüllt die Garten-Reitgräser (Calamagrostis x acutiflora ‘Waldenbuch’). Vom Neuzugang Knautia macedonica bin ich begeistert. Blüht sie doch zwei Monate lang und unterstreicht einmal mehr den wiesenhaften Charakter der Pflanzung. Mehr davon…





In diesem Jahr habe ich einige neue Penstemon-Arten ausgesät oder als Pflanzen erworben. Ganz in weiß kontrastiert Penstemon tubiflorus mit dem leuchtend blau blühenden Rittersporn Delphinium tatsienense.


Sonntag, 22. Mai 2016

Farbenpracht im Mai


Trocken zeigt sich der Mai einmal mehr in diesem Jahr. Dennoch blüht es üppig im Garten. Nur die Neuanpflanzungen müssen etwas gewässert werden. Und überall duftet es: Azaleen, Flieder, Blauregen... Sogar der Zierapfel verströmt einen leichten Rosenduft. Die Clematis montana var. rubens 'Odorata' duftet nach Vanille...

Malus 'Evereste'
Uralte Gartentulpen

Rhododendron luteum mit...
... Camassia leichtlinii
 
Fothergilla major (mit weißen Blüten)

Rhododendron-Pflanzung
Clematis montana var. rubens


Sonntag, 1. Mai 2016

Frühlingsboten III


Das Frühjahr schreitet voran. Weitere Pflanzen in den Wäldern strecken ihre Blüten der Sonne entgegen. Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera) findet man nur stellenweise häufig auf den Basaltkuppen des Lausitzer Gebirges und des Böhmischen Mittelgebirges. Ebenso die duftende Mondviole (Lunaria rediviva). Beide gedeihen zum Beispiel auf oder in der Nähe des Kaltenberges (Studenec; 736 m).

Cardamine bulbifera
Lunaria rediviva

Cardamine bulbifera

Am Rande des nahe gelegenen und verträumten Dorfes Hasel (Líska) befindet sich ein kleines verwildertes Vorkommen der Herzblättrigen Gemswurz (Doronicum columnae). Dagegen ist der Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) ein sehr häufiger Frühblüher auf den sauren Böden der Sächsisch-Böhmischen Schweiz oder auf den Granitböden des Lausitzer Berglandes.

Doronicum columnae
Oxalis acetosella










Blick vom Fuße des Rosenberges (Růžovský vrch; 619 m) mit seinem blumenreichen Urwald zum oben erwähnten Kaltenberg.


Blick vom Hutberg (Pastevní vrch; 402 m) bei Rosendorf (Růžová) nach Norden in die Sächsische Schweiz).


Und im eigenen Garten blühen schon seit Wochen unermüdlich die hübschen Balkan-Windröschen (Anemone blanda)…


Freitag, 15. April 2016

Frühlingsboten II


Im Frühling zieht es mich immer wieder gerne und zu jedem Wetter ins Böhmische Mittelgebirge. Auf den basischen und nährstoffreichen Böden wimmelt es nur so von Frühblühern, ganz im Gegensatz zu den überwiegend sauren Waldböden Sachsens, wo man außer Busch-Windröschen kaum etwas anderes in größeren Ansammlungen vorfindet.

Im April strecken nun weitere Arten ihre Blüten der Sonne entgegen. Örtliche Massenvorkommen der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) verleihen dem Waldboden und Wiesen einen gelben Anstrich. Auf trockneren und sonnigen Wiesen wächst stellenweise recht häufig auch die Echte Schlüsselblume (Primula veris). Doch diese ist später dran.

Primula elatior
Primula elatior










Recht oft trifft man auch auf Bestände des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava), meist in gemischten Farben. Schon viel seltener kommen Quirlblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos), Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera; noch nicht erblüht) und Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides) vor.

Corydalis cava
Corydalis cava

Anemone ranunculoides
Cardamine enneaphyllos


















Bei feuchtem Wetter – wie bei den letzten Wanderungen – trifft man gelegentlich auf die seltenen Feuer-Salamander (Salamandra salamandra), in manchen Gegenden des Böhmischen Mittelgebirges auch in größerer Zahl. Wir sahen 5 Stück auf einem Kilometer.

Salamandra salamandra

Besonders üppig wachsen die oben genannten Frühblüher (auch Märzenbecher) zum Beispiel in der Wüstung Rabenstein (Havraní), einem kleinen Dorf von nur 18 Häusern, das nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung dem Verfall preisgegeben wurde. Ein mystischer Platz, den sich die Natur in eindrucksvoller Weise zurückerobert hat. Tragisch für die damaligen Bewohner – doch ein Segen für die Natur.

Brunnen in Rabenstein
Quelltopf in Rabenstein










Rote Pestwurz (Petasites hybridus) ist in den sickernassen Senken vergesellschaftet mit Wechselblättrigem Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) und mit Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris):